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Warum? Antworten auf Fragen nach Leid und Tod

 

Geht es Ihnen nicht auch oft so? Man hört von Leid oder sogar Todesfällen und findet einfach keine Antwort auf die damit zusammenhängenden Fragen: Warum geschieht das, oder warum lässt Gott das zu? Weil es so schwer ist, die Frage nach dem Leid zu beantworten, haben viele Menschen Probleme an einen liebenden Gott zu glauben. Andere nehmen dieses Problem als Vorwand Gott radikal abzulehnen.

Theologie: Die Theologie ist der Bereich, von dem man klassischerweise eine Antwort erwarten würde. Sie kann aber nur dann Antworten geben, wenn sie voll und ganz der Bibel verpflichtet ist. Sie hat sich jedoch entschieden, in der historisch-kritischen Forschung einen Schwerpunkt zu setzen. Damit versucht die moderne Theologie, ihre eigene Grundlage – Gott in seiner Allmacht, die Bibel als Gottes Wort und Offenbarung, die Beziehung zwischen Gott und den Menschen – mit so genannten wissenschaftlichen Methoden in Frage zu stellen. So ist ihr bei solchem Ansatz, der Entscheidendes der Offenbarung nur hinterfragt, aber nicht akzeptiert, der Lösungsweg versperrt.

 

Evolution: Weiterhin ist unsere Zeit von dem Grundgedanken der Evolution geprägt, wonach alles, was wir in unserer Welt sehen, aus einem Millionen bzw. Milliarden Jahre währenden Prozess entstanden sein soll. Auch aus dieser Sichtweise fällt es schwer, den Sinn der offensichtlichen Grausamkeit heute und in der Vergangenheit zu erklären. 

 

Umso dankbarer bin ich dafür, dass zwei Autoren, Ken Ham und Dr. Jonathan Sarfati, die sich in Wort und Schrift als scharfe Denker erwiesen haben, sich dieser schwierigen Thematik angenommen haben. Für sie gelten alle Fakten und Aussagen der Bibel, und dazu gehört auch die Urgeschichte der Menschheit wie sie in den ersten 11 Kapiteln der Genesis aufgezeichnet ist.

Im ersten Teil der vorliegenden Publikation stellen die Autoren – untermauert durch Aussagen bekannter Personen – fest, dass sich viele von Gott abwandten, als sie persönliches Leid erfuhren oder aber keine verbindliche Lösung für dieses existentielle Problem fanden. Die Autoren stellen zwei sehr unterschiedliche Geschichtsauffassungen einander gegenüber: eine von der Evolutionslehre herkommende und eine zweite, die biblisch verankert ist. Es gelingt ihnen hierdurch, eine Lösung herauszuarbeiten, die in vollem Konsens zur Bibel steht. Ein weiterer Grund für die Möglichkeit einer Antwort auf den folgenden erstaunlich wenig Seiten ist die gelungene Synthese zwischen präziser Beobachtung der Wirklichkeit unserer Welt und den biblischen Aussagen bezüglich Schöpfung, Sündenfall und Evangelium. Die Autoren weisen überzeugend nach, dass die Erklärung des Leides allein mittels innerweltlicher Zusammenhänge zu kurz gedacht ist. Die Dimension der Ewigkeit ist unbedingt einzubeziehen.

 

Die vorliegende Arbeit stellt sowohl die Verlorenheit des Menschen seit dem Sündenfall als auch die Erlösung durch Jesus Christus deutlich heraus. Damit werden die Ausführungen quasi im Nebeneffekt zu einem Rettungsangebot aus der Verlorenheit. Dieses Anliegen ist mir ebenfalls wichtig und darum habe ich, in Absprache mit den Autoren, das 9. Kapitel “Die gute Nachricht” noch um eine praktische Komponente erweitert, nämlich wie die Lebensübergabe an Jesus Christus mit einem Gebet geschehen könnte und welche Punkte danach zu beachten wären.

 

Hinweis: Bibelzitate, wenn nicht anders vermerkt, nach der Lutherbibel von 1984.

 

1. Tod und Leid sind überall

 

“Erdbeben fordert 10 000 Opfer in Indien”. “Tausende Tote bei Überschwemmungen in Bangladesch”. “Flugzeugkollision am Bodensee (71 Tote)”. “Die Jahrhundertflut an der Elbe im August 2002”.

 

Schreckliche Ereignisse kommen permanent in unseren Nachrichtensendungen vor. Dazu gehören auch große “sinnlose” Katastrophen, die das Leben vieler Menschen auslöschen wie der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York vom 11. September 2001. Katastrophen sind allerdings nicht nur ein Zeichen unserer Zeit. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ein Unrechtsregime sechs Millionen Juden und viele andere Menschen vernichtete. Neben den Schreckensereignissen in den Schlagzeilen erlebt aber auch jeder Einzelne von uns früher oder später Leid - seien es Krankheit, seelische Nöte, Unfall oder Tod. Manchmal werden die Lasten so groß, dass Menschen Gott anklagen: “Warum tust du nichts? Interessiert es dich gar nicht?”

 

 

2. Wie kann ein allmächtiger und liebender Gott das Leid zulassen?

 

Wenn der erste Schock eines traumatischen Ereignisses nachlässt, fangen Menschen an zu fragen, warum so etwas geschieht. Liest man über frühere Kriege oder besucht Gedenkstätten wie das ehemalige KZ Auschwitz, beginnt man zwangsläufig zu fragen: “Kann es in Anbetracht dieser Toten und des Leids überhaupt einen liebenden Gott geben?”

 

Die Tatsache, dass es so viel Leid in dieser Welt gibt, ist wahrscheinlich das effektivste Werkzeug der Atheisten, die Aussage der Bibel von einem liebenden Gott anzugreifen. Sie bringen die scheinbar vernünftige Anklage vor: “Wenn Gott tatsächlich ein liebender und zudem noch allmächtiger Gott ist, warum setzt er dann nicht seine Macht ein, um das Böse, das Leid, die Schmerzen und den Tod auszumerzen?”

 

 

3. Unzählige Menschen lehnen Gott ab, weil es so viel Leid gibt

 

Charles Darwin lehnte das Christentum ab, nachdem seine Tochter gestorben war. Dem Ehepaar Darwin wurde 1839 das erste Kind, William Erasmus, und 1841 die Tochter Annie geboren. Mit zehn Jahren starb letztere. “Der grausame Tod seiner Tochter Annie zerstörte Darwins Glaubensüberreste an eine moralische und gerechte Welt. Später würde er sagen, dass diese Zeit den Tod seines christlichen Glaubens einläutete”, schrieb kürzlich ein Biograph von Charles Darwin: “... Charles hatte dadurch den Glauben völlig aufgegeben.”[1]

 

Darwin ist nur einer von Tausenden berühmter Leute, die sich mit diesem Thema herumschlugen. Er versuchte, den Glauben an Gott mit dem Tod und Leid um ihn herum in Einklang zu bringen, die - so dachte er - seit Millionen Jahren vorhanden sind. Darwins Verzweiflungskampf erreichte seine Spitze in dem Tod seiner Tochter Annie.[2]

 

In seinem Buch über die “Entstehung der Arten” schrieb Charles Darwin (1809-1882) im Wesentlichen eine Geschichte von Leid und Tod. In dem Kapitel mit der Überschrift “Über die Unvollkommenheit der geologischen Aufzeichnungen” zog er die Schlussfolgerung, dass die heutige Welt “aus dem Krieg der Natur, aus Mangel und Tod”[3] entstanden sein muss. Auf der Grundlage seiner evolutionären Perspektive betrachtete Darwin den Tod als einen festen Bestandteil dieser Welt.

 

Ein berühmter amerikanischer Evangelist lehnt jetzt das Christentum ab, insbesondere wegen des Leids, das er sah. In seinem 1996 erschienenen Buch “Abschied von Gott” [4]  [5] beschreibt der früher in den USA sehr bekannte Evangelist Charles Templeton seinen Weg in den Unglauben und seine jetzige Ablehnung des christlichen Glaubens. Einst stand er auf der Liste der amerikanischen Nationalen Vereinigung der Evangelikalen[6] als einer der “von Gott am stärksten Gebrauchten”, nun aber hat er selbst eine ganz andere Liste erstellt, nämlich die “Gründe für eine Ablehnung des christlichen Glaubens.” So schreibt er zum Beispiel:

 

·    Genetiker sagen, es ist Unsinn ist zu glauben, dass Sünde “die Ursache für alle Verbrechen, alle Armut, alles Leid und alles Böse ist”[7].

 

·    Es ist “erbarmungslose und unausweichliche Realität”, dass “alles Leben auf dem Tod gegründet ist. Jede Fleisch fressende Kreatur muss ein anderes Lebewesen töten und verschlingen. Es hat gar keine andere Wahl”.[8]

 

Charles Templeton hatte ebenso wie Charles Darwin ein großes Problem damit, wie eine Welt, die voll von Tod, Krankheit und Leiden ist, mit dem liebenden Gott der Bibel in Einklang gebracht werden kann. Templeton schreibt:

 

“Warum eigentlich hat Gottes großartiges Konstruktionswerk derartige Kreaturen hervorgebracht: solche mit Zähnen, die ein Rückgrat zermalmen oder Fleisch zerreißen, mit Klauen, die reißen und zerreißen, mit Gift, um zu lähmen, mit einem Maul, das Blut saugt, mit Muskeln, um zusammenzudrücken und zu ersticken - sogar mit einem dehnbaren Kiefer, so dass die Beute als Ganzes und lebend geschluckt werden kann? ... Tennyson beschreibt die Natur sehr eindrücklich als ‚rot mit Blut an den Zähnen und an den Klauen, und das Leben stellt sich als ein einzigartiges Fest des Bluts dar‘.”[9]

 

Templeton bringt seine Überlegungen durch die folgende Frage auf den Punkt: “Wie ist es möglich, dass ein liebender und allmächtiger Gott solche Horrorkreaturen schaffen kann?”[10]

 

Templeton ist nicht der Erste mit dieser Meinung. Wenn wir sagen, dass es einen Gott der Liebe gibt, der die Welt geschaffen hat, erwidern verbitterte Menschen oft: “Ich sehe nicht, dass es einen Gott der Liebe gibt. Alles, was ich sehe, sind Kinder, die leiden und sterben. Ich sehe Menschen, die töten und rauben. Krankheit und Tod sind überall gegenwärtig. Die Natur ist ‘blutrot an den Zähnen und Klauen’. Es ist eine grauenhafte Welt. Ich sehe deinen Gott der Liebe nicht. Wenn dein Gott existiert, muss er ein sadistischer Unmensch sein.”

 

 

4. Falsche Fragen über Gott entstammen einem falschen Verständnis der Geschichte

 

Wir stellen zwei grundsätzlich zu unterscheidende Geschichtsauffassungen gegenüber: Wir betrachten zunächst die erste Auffassung.

 

Auffassung Nr. 1:

 

Der Glaube an die Evolution und/oder dass unsere Erde Millionen von Jahren alt ist, bedingt, dass der Tod ein Teil der Geschichte ist, und dass er somit bereits auftrat, als es das erste Mal Lebewesen auf diesem Planeten gab. Wenn Sie glauben, dass die fossilen Schichten, die Milliarden von Resten umgekommener Lebewesen enthalten, repräsentativ für die komplette Geschichte des Lebens über Millionen von Jahren sind, dann wäre das in der Tat eine sehr schlimme Aufzeichnung, nämlich eine Dokumentation voll von Tod, Krankheit und Leid.

 

 

 

Zeit und Tod:

Der Evolutionswissenschaftler Carl SaganDarwins Sicht vom Tod: ”Die Geheimnisse der Evolution sind Zeit und Tod.” beschreibt [11] Diese Aussage fasst die am häufigsten akzeptierte Geschichte vom Tod in unserer Welt zusammen. Gemäß dieser Ansicht

 

1.  führten Tod, Leid und Krankheit über Millionen von Jahren zur Entstehung des Menschen.[12]

2.  existieren Tod, Leid und Krankheit in der gegenwärtigen Welt.

3.  werden Tod, Leid und Krankheit auch in der uns unbekannten Zukunft vorhanden sein.

 

Dadurch ist deutlich gesagt: Im Weltbild der Evolution ist der Tod ein permanenter Teil der Geschichte; der Tod ist geradezu unser Verbündeter bei der “Schaffung” von Leben. In diesem Sinne schreibt der deutsche Mikrobiologe Reinhard Kaplan: “Das ‚eingebaute‘ Altern und Sterben ist zwar leidvoll für das Individuum, besonders für das menschliche, aber es ist der Preis dafür, dass die Evolution unsere Art überhaupt erschaffen konnte.”[13]

 

Welche Tragweite hat das Leid, wenn diese Geschichtsauffassung akzeptiert wird?

Wenn jemand glaubt, dass die Erde Millionen von Jahren alt ist, dann war diese Welt schon immer ein Ort des Sterbens. Die Frage, die wir uns dann natürlicherweise stellen, ist: Wer verursachte Krebs, Krankheit und die Gewalt, die in den Fossilien aufgezeichnet ist? Christen, die an eine Millionen Jahre währende Geschichte der Erde mit evolutiven Prozessen glauben, haben ein ernsthaftes Problem. Die Bibel sagt klar, dass Gott der Schöpfer ist, und er beurteilte alles, was er gemacht hatte, mit “sehr gut” (1. Mose 1,31). Dieses Urteil Gottes bezieht sich auf die gesamte Schöpfung, und damit auch auf Adam und Eva, und reicht zeitlich bis vor den Sündenfall.



Sobald Christen glauben, dass Tod, Leid und Krankheit schon vor dem Sündenfall Adams existierten, und das müssen sie automatisch tun, wenn sie an eine Millionen Jahre alte Erde glauben, auf der das Leben evolvierte, dann werden sie mit einer Reihe von sehr grundlegenden Fragen konfrontiert, die aufs Engste mit der Botschaft des Evangeliums zusammenhängen: Was hat denn dann die Sünde in der Welt verursacht? Gemäß der christlichen Lehre ist der Tod die Strafe für die Sünde (Römer 6,23). Und diese Tatsache ist die entscheidende Grundlage des Evangeliums!Wie können darüber hinaus einmal alle Dinge in einen Zustand ohne Tod, Schmerz oder Tränen in der Zukunft (Offenbarung 21,4) wiederhergestellt werden, wenn es nie eine Zeit ohne Tod und Leiden gegeben haben soll? Die komplette Botschaft des Evangeliums gerät aus den Fugen, wenn Sie die o. g. durch die Evolutionslehre entstandene Geschichtsauffassung teilen. Es würde weiterhin bedeuten, dass Gott schuld an dem Tod ist.

 

 
  Die Bibel gibt uns die richtige Sicht der  
 
Geschichte und auch die richtige
  Auffassung von Gott!

Auffassung Nr. 2:

 

Zum Glück hat uns Gott einen anderen Bericht der Geschichte des Todes gegeben. Sie ist in seinem Wort, in der Bibel, aufgezeichnet. Dieses historische Dokument greift reale Lebensfragen auf, und es erklärt uns vollständig, warum in unserer Welt schreckliche Dinge passieren. Gottes Wort hat in der Tat viel über den Tod zu sagen.

 

Sünde und Tod:

Die Verknüpfung dieser beiden Wörter fasst die wahre Geschichte des Todes zusammen, so wie sie im ersten Buch Mose, dem ersten Buch der Bibel, aufgezeichnet ist. Gott schuf ursprünglich eine perfekte Welt, die er selbst als “sehr gut” bezeichnete (1. Mose 1,31). Menschen und Tiere aßen Pflanzen, aber keine (anderen) Tiere (1. Mose 1,29-30). Es gab weder Gewalt noch Schmerz in dieser sehr guten Welt.

 

Aber diese Welt ohne Sünde wurde durch die Rebellion des ersten Menschen, nämlich durch Adam, zerstört. Seine Sünde brachte einen Eindringling in die Welt - den Tod. Gott musste die Sünde mit dem Tod bestrafen, denn er hatte Adam zuvor gewarnt, dass er dies tun würde (1. Mose 2,17; 3,19). Mit seiner Strafe über die Welt gab Gott uns einen Geschmack davon, wie das Leben ohne ihn ist, nämlich geprägt von Tod und Leid. Römer 8,22 sagt, dass “die ganze Schöpfung stöhnt und in Wehen liegt”, weil Gott selbst die Schöpfung der Vergänglichkeit unterworfen hat (Vers 20).

 

Welche Bedeutung hat das Leid, wenn diese Geschichtsauffassung akzeptiert wird?

Wie können wir inmitten des Stöhnens in dieser Welt einen Gott der Liebe finden? Wenn uns die ganze Tragweite des in 1. Mose 3 berichteten Sündenfalls bewusst geworden ist, dann ist uns klar, dass wir jetzt eine gefallene und verfluchte Welt betrachten. Aus biblischer Geschichtsperspektive ist der Tod ein Feind, aber keineswegs unser Verbündeter. In 1. Korinther 15,26 beschreibt der Apostel Paulus den Tod als den “letzten Feind”. Der Tod war also keineswegs ein Teil von Gottes ursprünglicher Schöpfung, die in Wahrheit sehr gut war. Wenn man die Berichte von Schöpfung und Sündenfall im ersten Buch Mose genau studiert, dann lässt sich die Geschichte des Todes folgendermaßen darstellen:

 



Tod und Leid sind die Strafe für die Sünde. Als Adam gegen Gott rebellierte, drückte er damit aus, dass er ohne Gott leben wollte. Er wollte alles für sich selbst entscheiden ‑ und zwar ohne Gott. Die Bibel lehrt uns, dass Adam der Repräsentant der menschlichen Rasse war. Er steht darum gewissermaßen für jeden von uns, weil wir ja alle seine Nachkommen sind. Paulus schreibt in Römer 5,12-19, dass wir alle “in Adam” sündigen.

 

Nach seinem Gesetz musste Gott Adams Sünde mit dem Tod bestrafen. Er hatte ihn eindringlich gewarnt, wenn er sündigte, würde er ganz sicher sterben. Nach Adams sündiger Tat hatten damit er und alle seine Nachkommen das Recht auf Leben verwirkt. Gott ist der Schöpfer des Lebens. Tod ist die natürliche Strafe für die Entscheidung, ohne Gott leben zu wollen. Aber auch deswegen, weil Gott heilig und gerecht ist, muss es eine Bestrafung für Auflehnung geben.

 

Die Bibel macht deutlich, dass der Tod die Bestrafung für unsere Sünden ist, nicht nur für Adams Sünden. Wenn Sie der biblischen Geschichtsauffassung (Nr. 2) glauben, dann sind unser aller Sünden ‑ nicht nur die Sünden dieses ersten Menschen ‑ verantwortlich für den Tod und all das Leiden in der Welt. Anders ausgedrückt: Es ist wirklich unsere Schuld, dass die Welt so ist, wie sie ist. Niemand ist somit “unschuldig”.

 

Gott hat vorübergehend einen Teil seiner alles erhaltenden Macht zurückgenommen.

Als Gott die Sünde mit Tod bestrafte, hat er gleichzeitig einen Teil seiner Macht zurückgenommen. Römer 8,22 sagt, dass die ganze Schöpfung stöhnt. Alles ist wegen der Sünde dem Verfall unterworfen. Gott hat uns damit einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie ein Leben ohne ihn aussieht: Es ist eine Welt voller Gewalt, Tod, Leid und Krankheit. Wenn Gott alle seine erhaltende Macht weggenommen hätte, könnte die Schöpfung nicht mehr bestehen. In Kolosser 1,16-17 lesen wir, dass alle Dinge durch die Macht des Schöpfers, Jesus Christus[14], zusammengehalten werden. Er hält unsere Welt jedoch nicht perfekt zusammen, denn er lässt es zu, dass Dinge auseinander brechen, um uns auf diese Weise schmecken zu lassen, wie ein Leben ohne Gott aussieht. Gott erlaubt uns also, das auszuprobieren, was wir wollten: Ohne ihn zu leben (vgl. Römer 1,18-32)!

 

Im Alten Testament bekommen wir eine Vorstellung davon, wie eine Welt aussieht, in der Gott die Dinge in Vollkommenheit zusammenhält. Aus 5. Mose 29,4 und Nehemia 9,21 erfahren wir, dass die Israeliten 40 Jahre lang in der Wüste umherzogen und ihre Kleider sich nicht abtrugen, ihre Schuhe sich nicht abnutzten und ihre Füße nicht anschwollen. Auf wundersame Weise hat Gott offensichtlich ihre Kleider, Schuhe und Füße erhalten, so dass nichts auseinander fiel, wie wir das beim Rest der Schöpfung beobachten. Können Sie sich vorstellen, was für eine Welt wir erleben würden, wenn Gott alle Dinge wie einst im Originalzustand erhielte?

 

Dieses Beispiel gibt uns einen kleinen Einblick in eine Welt, in der Gott jedes Teil der Schöpfung erhält. Es wäre eine Welt, in der sich überhaupt nichts abnutzt und in der es keinerlei Zerstörung gäbe.

 

Zurzeit leben wir in einem Universum, in dem alles verfällt. Um uns herum sehen wir Tod, Leid und Krankheit - das Resultat von Gottes Bestrafung der Sünde und der Wegnahme eines Teils seiner erhaltenden Macht. So können wir uns ausmalen, wie ein Leben völlig ohne Gott aussieht.

 

Im Gegensatz zu der Ansicht, dass Tod und Leid seit Millionen Jahren andauern und auch bleibend sind, hat die biblische Sicht der Geschichte eine wunderbare Aussicht für die Zukunft. Diese Welt wird eines Tages in einen Zustand wiederhergestellt werden (Apostelgeschichte 3,21), in dem ‑ wie einst am Anfang ‑ weder Gewalt noch Tod sein werden. Gemäß Jesaja 11,6-9 werden Wölfe und Lämmer, Leoparden und Ziegen, Löwen und Kälber, Schlangen und Kinder friedlich beieinander wohnen. Diese Zukunft spiegelt den einst verloren gegangenen Garten Eden wider. Dieser “sehr gute” Platz auf der Erde ist also kein imaginäres Land, das nie existierte.

 

 

Adams Sünde erklärt das Leid im Allgemeinen. Wie aber kann das “sinnlose Leid” des Einzelnen erklärt werden?

 

Die Bibel lehrt, dass das Leid einschließlich der Sünde ein Teil des Gesamtbildes in dieser Welt ist. Das individuelle Leid des Einzelnen hingegen ist nicht immer mit eigenen begangenen Sünden in Verbindung zu bringen.

 

Gott ließ das Leiden von Hiob zu, obwohl er ein gerechter Mann war. Ein Mann mit Namen Hiob, der in seiner Zeit der gerechteste Mann auf Erden war, erfuhr unglaublich viel Leid: Er verlor alle seine Kinder, Bediensteten und Besitztümer an einem einzigen Tag. Nicht genug damit, er wurde weiterhin von einer sehr schmerzhaften Krankheit befallen. Gott hat Hiob nie den speziellen Grund für sein Leiden erklärt, aber Gott lässt jeden Leser des Hiob-Buches in der Bibel “Augenzeuge” außerordentlicher Szenen werden, die sich hinter den Kulissen im Himmel abspielen und die Hiob nicht einmal ahnte. Gott hatte Gründe, Hiobs Leid zuzulassen, aber er sagte sie weder Hiob noch uns. Und er forderte, dass Hiob die Entscheidungen seines Schöpfers nicht in Frage stellte.

 

Jesus wurde gefragt, warum ein Mann blind geboren wurde. Als Jesus und seine Jünger an einem blinden Mann vorbeikamen, fragten ihn seine Jünger, ob die Blindheit des Mannes von Geburt an auf seine eigenen Sünden oder auf die seiner Eltern zurückzuführen sei. Jesus erklärte, dass weder das eine noch das andere zutreffe. Der Mann wurde blind geboren, damit Gott seine Macht demonstrieren konnte. Das tat Gott, indem Jesus den Blinden heilte (vgl. Johannes 9,1-7).

 

Jesus diskutierte die Frage, warum 18 Juden auf tragische Weise starben, als der Turm von Siloah einstürzte. Jesus sagte etwas, das direkt auf die heutigen Tragödien wie den Terroranschlag auf das World Trade Center und auf das Pentagon in den USA vom 11. September 2001 anwendbar ist. Lukas 13,4 (Hoffnung für alle) gibt seine Worte wider: “Erinnert euch an die achtzehn Leute, die starben, als der Turm von Siloah einstürzte. Glaubt ihr wirklich, dass ausgerechnet sie die schlimmsten Sünder in Jerusalem waren? Nein!”

 

Aber beachten Sie, was Jesus noch dazu sagte: “Aber wenn ihr euer Leben nicht ändert, wird es euch ebenso gehen.” Auch wenn sich diese Worte auf das physische Sterben im kommenden Untergang Jerusalems bezogen haben könnten, ist doch die Hauptaussage, dass keiner unschuldig ist. Wir sind alle Sünder und deshalb dazu verdammt zu sterben. Tausende von Menschen starben bei dem Terroristenanschlag auf das World Trade Center in New York, aber die Abermillionen Menschen, die die Katastrophe sahen oder davon hörten, werden eines Tages auch sterben - tatsächlich sterben ja Tausende von ihnen jeden Tag - weil allen Menschen wegen der Sünde die Strafe des Todes gegeben wurde.

 

Der Apostel Paulus fand Gründe, sich seiner Gebrechlichkeit zu rühmen. Der  Leidensbericht des Apostels Paulus umfasst Folter, Schläge, Gefängnis, Steinigung, Schiffbruch, Raub, Krankheit, Erschöpfung, Hunger, Durst und Kälte. Seine Briefe zeigen, dass erst durch die Auferstehung Jesu das ewige Leben für uns erschlossen wurde. Dieses Ereignis ist auch der Schlüssel dafür, unser Leiden zu relativieren. Ohne die Auferstehung “ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich” (1. Korinther 15,14). Und weiter heißt es: “Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen” (1. Korinther 15,19). Im Angesicht des ewigen Lebens schrumpft das Leiden geradezu zur Bedeutungslosigkeit: “Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll” (Römer 8,18). 

 

Wir können oft unser Leid nicht erklären. Die Bibel nennt uns einige Beispiele, warum auch manche Gläubigen ohne eigenes Verschulden Leid ertragen müssen:

 

1.    Leiden kann uns heranreifen lassen oder uns in das Bild Christi gestalten (Hiob 23,10; Hebräer 5,8-9).

2.    Leiden kann dazu verhelfen, Christus zu finden (Johannes 9,38).

Eigenes Leiden kann uns dazu befähigen, andere in ihrem Leid zu trösten (Psalm 73).



Im zweiten Teil des Textes wird dann u.a. die interessante Frage behandelt: Unternimmt Gott irgendetwas gegen Tod und Leid?
Diese Broschüre können Sie hier zum Selberlesen oder Verteilen kostenlos anfordern:

Missionswerk Werner Heukelbach
51700 Bergneustadt
http://missionswerk-heukelbach.de


Die Textauszüge sind  aus folgender Quelle:

http://missionswerk-heukelbach.de/


Das Missionswerk Werner Heukelbach aus der Schweiz arbeitet überkonfessionell und hat als Grundlage allein Gottes Wort, die Bibel. In erster Linie steht, die Liebe und gute Nachricht von Jesus Christus zu verbreiten.



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Hier noch eine gute Ausarbeitung über

Abschiede im Leben – Abschied vom Leben

http://www.bts-ips.de/Abschiede_im_Leben_-_Abschied_vom_Leben1.pdf